RENNBERICHT IXS DH CUP ILMENAU 24/07/22

Aktualisiert: 26. Juli

"wenn man sich mit 38 dazu entschließt zu schauen, ob einem downhillrennen liegen, startet man schon bei den senioren bzw. masters"
super gravity cup olpe (pc: nikolei stark)

nach den ersten zwei rennen im super gravity cup (hier wird man echt als senior geführt!) in schulenberg (platz 3) und olpe (platz 4) war ich vorm IXS CUP in ilmenau doch ein wenig aufgeregt, denn das event beherbergte neben dem IXS CUP dieses Jahr ebenfalls die deutschen meisterschaften. dementsprechend waren also sehr viele fahrer, verteilt über alle klassen, vor ort. nach dem trackwalk war sehr schnell klar, dass es staubig werden würde, staubig und steinig! das offene training am freitag lief gut; ich nutzte die zeit, um alle „stunts“ (roadgaps, jumps und das steinfeld) zu trainieren, nach vier runs passte alles zusammen. mit dem gesammelten vertrauen ging der freitag dann auch zu ende. am samstag stand das pflichttraining und die qualifikation auf dem plan; ich spulte meine zwei trainingsruns runter und traf bis auf ein bis zwei lines alles, wie ich es mir vorher gedacht hatte… die trockenheit, die 1000 steine und der staub lagen mir jedoch nicht so - ich fühlte mich nicht so wohl, wie ich es mir gewünscht hätte, war aber dennoch happy, dass es gut lief!

pc: @beehnii.jpg (instagram)

als es mit dem shuttle nach oben zur quali ging, wurde es spannend (es ist übrigens eine sehr verrückte erfahrung auf einer ladefläche zusammen mit anderen leuten und rädern wie auf einer rally nach oben gefahren zu werden). ich empfand die stimmung oben am starthaus als eine sehr spezielle: man spürt die anspannung, jeder fahrer und jede fahrerin versucht sich auf dem einen oder anderen weg abzulenken. ich kannte zunächst niemanden, wusste nicht einzuordnen wer schnell ist, „wer es drauf hat“, kannte weder gesichter noch namen... aber man kommt ins gespräch. zum glück, sonst geht die zeit bis man dran ist gar nicht zu ende und bis jetzt habee ich noch keine unfreundlichen leute getroffen. wenn die zeit auf der uhr dann von 25 sekunden nach unten tickt, bei fünf sekunden die farbe zu grün wechselt und der piep kommt, entspannt mich das und es gibt da nichts mehr, außer die gedanken um den run. der qualilauf lief gut, ich hatte meinen wohlfühlpace gefunden und nahm nach dem letzten großen roadgap geschwindigkeit raus, um die letzte technische sektion sauber zu treffen. nachdem es über den letzten sprung in den zielhang von ilmenau ging und ich hinter der ziellinie stand, ging der blick sofort auf die uhr… im hintergrund nannten die kommentator meinen namen, dass mein verein shrederz sei:

"die coolen leute, die im erzgebirge was aufbauen"

und, dass es bis jetzt die drittschnellste zeit sei. ungläubig wartete ich auf die letzten fünf Fahrer; zwei waren schneller und am ende war ich in den top 5 bei der quali im IXS CUP, der auch noch in ilmenau ist… OKAY!

mit dem wissen, dass ich im rennen im letzten teil noch drei bis vier sekunden raus fahren könnte, startete ich in die letzten zwei trainingsruns am sonntag. ich nutzte die runs, um den pace im letzten abschnitt rauszuholen und war bereit fürs rennen: der sprint aus dem starthaus lief perfekt, ich hatte nahezu keinen verzug, als die startschranke wegklappte. der speed auf den ersten sprung war großartig, ich drückte den sprung weg und kam perfekt in die landung. die ersten wurzeln konnte ich gut pushen und sprintete weiter auf den zweiten sprung zu. auch hier merkte ich, dass ich schneller war, als in allen runs vorher… „oh yes!!!“. doch als ich auf das erste und größte roadgap zufuhr, machte ich einen fehler: ich war zu euphorisch und trat in der anfahrt weiter, als ich den letzten absatz wegdrückte. kurz bevor das vorderrad auf den absprung kam, rutschte mein vorderrad gut 20 cm weg.

"oh no, f***, ich hab' die line nicht getroffen!"

eineinhalb Sekunden später folgte der einschlag meines körpers auf der landung und zum glück nicht im landehügel. nachdem ich mich wieder gesammelt hatte, mein bike wohl okay war (was es nicht war, die kette war nicht mehr im kettenspanner), richtete ich das visier meines helms und fuhr weiter, voller adrenalin. die nächsten 150 meter reichten nicht, um für das nächste roadgap bereit zu sein. aber da ich wusste, dass man hier auch stumpf droppen kann, tat ich das auch. die fehlende geschwindigkeit für die nächste flachere sektion war gut, so hatte ich zeit meinen kopf wieder frei zu bekommen. der nächste drop, das steinfeld, der sprung in den wald mit den wurzelfeldern und das letzte große roadgap gingen wie gewohnt von der hand. die letzte sektion, in der ich gestern ruhiger gemacht hatte, lief super und als ich den endsprung flach wegdrückte und durchs ziel rollte, realisierte ich was gerade war.

ich bin sehr glücklich, dass ich in keinem der vielen krankenwagen oder hubschrauber lag, welche das ganze wochenende im einsatz waren. ich wünsche allen, die sich verletzt haben, leicht oder schwer, alles gute und eine schnelle und vollständige genesung! am ende war ich elf sekunden langsamer, als in der quali und wurde 15ter (von 26).

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